Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

INHALTSVERZEICHNIS

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ist ein Auswertungsprozess, dessen Fokus auf der systematischen Erschließung von Textmaterial liegt. Der Schwerpunkt dieser Erschließung findet sich in der qualitativen Interpretation der Daten. Gleichzeitig kommen quantifizierende Auswertungsverfahren unterstützend zum Tragen.

Mayring hat für die qualitative Inhaltsanalyse drei zentrale Grundformen formuliert. Diese dienen dazu, das Textmaterial nach konkreten Gesichtspunkten zu analysieren:

  • Zusammenfassung – das Material sichten und vorbereiten
  • Explikation – schwierige Textinhalte werden mit zusätzlichen Materialien belegt oder erklärt
  • Strukturierung – das Textmaterial wird nach vordefinierten Kriterien sortiert

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring wurde erarbeitet, um Kommunikationsmaterial wie Texte, Bilder oder Videos detailliert auswerten zu können. Diese Auswertung dient dann als Grundlage für die Beantwortung der Forschungsfrage.

Mit der qualitativen Inhaltsanalyse ist es möglich, mit vergleichsweise wenig Textinhalten neue theoretische Überlegungen aufzustellen, die im Rahmen des Forschungsinteresses liegen.

Um eine qualitative Inhaltsanalyse ordentlich durchführen zu können, muss die Forschungsfrage genau formuliert sein. Nur so lassen sich die Kommunikationsmaterialien nach den relevanten Informationen analysieren.

Sollen kommunikative Inhalte oder Dokumente analysiert werden, ist die qualitative Inhaltsanalyse die richtige Wahl. Die Forschungsfragen sind dabei am Inhalt des Materials orientiert. Abhängig vom Auswertungsfokus können darüber hinaus auch evaluative oder typenbildende Fragestellungen betrachtet werden. Des Weiteren bietet ein induktives Vorgehen die Option, explorative sowie theoriegenerierende Fragestellungen zu betrachten und zu beantworten.

Ob dieses Verfahren der Inhaltsanalyse für Sie passend ist, können Sie unter anderem anhand der Vor- und Nachteile abschätzen.

Vorteile

  • Das Analysesystem ist transparent und klar strukturiert.
  • Die Auswertung der Inhalte kann in Eigenarbeit vorgenommen werden. Es ist nicht notwendig, etwa ein Experteninterview durchzuführen.
  • Es ist möglich, Kommunikationsmedien aller Art zu analysieren: Musik, Bild, Ton, Text.

Nachteile

  • Die Qualität der Kommunikationsinhalte ist ausschlaggebend für die Qualität der Analyseergebnisse.
  • Wird mit Warum-Fragen gearbeitet, lassen sich diese nur schwer ohne Spekulation beantworten.
  • Der Codierleitfaden ist niemals rein objektiv.

So führen Sie die qualitative Inhaltsanalyse durch

Mayring nutzt einen allgemeingültigen Ablauf für qualitative Inhaltsanalysen. Dieser gilt als Basis für Ihre Arbeit:

  • Materialauswahl
  • Analyserichtung benennen
  • Analyseform festlegen
  • Ergebnisinterpretation
  • Sicherstellung der Gütekriterien
  1. Materialauswahl. Im ersten Schritt wird das Material gewählt, das analysiert werden soll. Die Auswahl findet bereits unter Berücksichtigung der Forschungsfrage statt. Soll etwa untersucht werden, ob der Konsum von Drogen und Alkohol in Comicbüchern stärker vertrete ist als in den zugehörigen Comicserien, dienen entsprechende Inhalte als Analysegrundlage.
  2. Analyserichtung benennen. Im nächsten Schritt legen Sie fest, in welche Richtung die Analyse gehen soll. Was ist also das Ziel der Analyse?
    – Der eigentliche Text
    – Die Autoren der Inhalte
    – Der Objektbereich
    – Die Zielgruppe
    – Der soziokulturelle Hintergrund des MaterialsDie Comics und Serien werden also darauf untersucht, wie oder wie häufig Drogen und Alkohol dargestellt werden. Somit ist die Analyserichtung auf einen Objektbereich ausgelegt.
  3. Analyseform festlegen. Mayring hat drei mögliche Grundformen der qualitativen Inhaltsanalyse benannt:
    Zusammenfassende Inhaltsanalyse: Um das Material inhaltlich zu präsentieren, ist diese Form besonders gut geeignet. Es wird ein Kurztext erstellt, der alle wichtigen Punkte übersichtlich benennt.
    Explizierende Inhaltsanalyse: Im Rahmen der Explikation eines Textes werden unklare Inhalte durch weiterführende Daten erklärt. Die grundlegenden Analyseinhalte werden also erweitert.
    Strukturierende Inhaltsanalyse: Hier kommt ein Codierleitfaden zum Tragen, mit dessen Hilfe das Material nach festen Kriterien untersucht wird.Über einen Codierleitfaden kann festgelegt werden, welche Text- oder Ton- und Bildinhalte zum Thema bestimmte Aussagen treffen. Wann wird etwa von Drogen und Alkohol direkt oder indirekt gesprochen.
  4. Ergebnisinterpretation. Die Vorarbeit für den Schritt der Auswertung müssen Sie bereits vor der Analyse selbst leisten. Sie erstellen Kriterien, in die sich die Ergebnisse einordnen lassen. Mit diesem System ist es anschließend möglich, eine detaillierte Auswertung vorzunehmen – etwa ist schnell ersichtlich, ob Drogen und Alkohol in unterschiedlicher Häufigkeit direkt oder indirekt benannt und gezeigt werden.
  5. Sicherstellung der Gütekriterien. Abschließend ist sicherzustellen, dass die vorliegenden Analysedaten den allgemeinen Gütekriterien entsprechen:
    – Sind die Inhalte transparent dargestellt und ist für die Leserschaft nachzuvollziehen, wie die Inhalte ermittelt wurden?
    – Lässt sich die qualitative Inhaltsanalyse reproduzieren?
    – Wahrt die Analyse eine Intersubjektivität? Sind die Ergebnisse also so objektiv wie möglich?

Um Transparenz zu wahren, wird also herausgestellt, welche Comics und welche Shows analysiert wurden. Um die Reproduzierbarkeit zu gewährleisten, wurden sämtliche Inhalte mit dem gleichen Codierleitfaden untersucht und anschließend in die gleichen Kategorien unterteilt. Würde eine andere Person die Analyse nach dem gleichen Vorgehen durchführen und die Ergebnisse ähnlich ausfallen, ist die Analyse als intersubjektiv zu betrachten.

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